Werkstätte LFS Hafendorf

Das Agrarbildungszentrum (ABZ) Hafendorf am Standort Töllergraben 7 in Kapfenberg wird im Rahmen einer umfassenden Modernisierung und Erweiterung des Campus mit einem Investitionsvolumen von rund 5 bis 18 Millionen Euro weiterentwickelt.

Teil dieser Entwicklung ist der Neubau eines modernen Werkstattgebäudes. Veraltete Anlagen, gestiegene SchülerInnenzahlen und strengere Sicherheitsrichtlinien machten den Neubau notwendig. Das zweigeschossige Gebäude mit rund 1.800 Quadratmetern Fläche schafft zeitgemäße Bedingungen für eine Ausbildung, die Fachtheorie und Praxis eng miteinander verbindet. Es bietet Raum für die Bereiche Metall und Holzbearbeitung sowie KFZ-Technik.

Das Raumprogramm folgt unmittelbar den unterschiedlichen Anforderungen des Lehr- und Werkstättenbetriebs. Im Erdgeschoss befinden sich Räumlichkeiten für den Grundlehrgang und für Schleif und Lackierarbeiten sowie die Traktorwerkstatt, ein CNC-Raum, das Stahllager, die Dreherei, die Fräserei, die Schweißerei, die Schmiede und die dazugehörigen Lagerräume. Im Obergeschoss sind die Tischlerei, der Sozialraum inklusive Sanitärbereich, der Lehrsaal, die Umkleiden mit zugehörigem Sanitärbereich sowie Technikflächen und ein Lager untergebracht.

Gemeinsam mit dem bestehenden Werkstättengebäude fasst der L-förmige Neubau einen ruhigen Wirtschaftshof mit ausreichend großer Manipulationsfläche für den Maschineneinsatz. Der so gefasste Hof schafft den notwendigen Bewegungsraum für Maschinen und wird zum zentralen Außenraum des Ausbildungs- und Werkstättenbereichs.

Auch im Inneren folgt die räumliche Organisation einer klaren Ordnung. Die offene, hohe Raumstruktur und die Kombination aus schlichten Materialien und reduzierter Formensprache geben den unterschiedlichen Nutzungsbereichen ihren Platz. Trotz des umfangreichen Raumprogramms finden die einzelnen Bereiche selbstverständlich zueinander.

Diese klare Gliederung setzt sich in der Konstruktion fort: Während das Erdgeschoss in Ziegelbauweise ausgeführt ist, wurde das Obergeschoss in Holzbauweise errichtet. Der vorgelagerte Laubengang bildet eine überdachte Übergangszone zwischen Obergeschoss und Hof. Die dort sichtbare Holzkonstruktion begleitet den langgestreckten Baukörper und gibt ihm einen klaren Rhythmus. Konstruktion, Erschließung und Nutzung treten so unmittelbar miteinander in Beziehung.

Ergänzend zum Neubau werden zwei bestehende Werkstattgebäude – Landmaschinen und Zimmerei – umgebaut und saniert. Dort bleiben die bestehenden Nutzungen für Landmaschinenreparatur und Kleinmotorenwerkstatt sowie die Ausbildungsbereiche Maurer, Forst und Zimmerei erhalten; außerdem steht ein Lehrsaal zur Verfügung. Bei beiden Gebäuden wird die Außenhülle thermisch saniert, im Inneren werden geringfügige räumliche Anpassungen vorgenommen. Damit wird der bestehende Gebäudebestand nicht durch den Neubau ersetzt, sondern in die Neuordnung des Ausbildungs- und Werkstättenbereichs einbezogen und für die weitere Nutzung angepasst.

Auf der nach Süden orientierten Dachfläche des Neubaus wird eine Photovoltaikanlage errichtet. Eine weitere Photovoltaikanlage ist auf der ebenfalls nach Süden gerichteten Dachfläche des bestehenden Landmaschinengebäudes vorgesehen.

So verbinden sich Neubau, sanierter und weitergenutzter Bestand sowie der gemeinsam gefasste Wirtschaftshof zu einem zeitgemäßen, zusammenhängenden Ausbildungs- und Werkstättenbereich.